Aus über 30 Jahren Tischtennis Erfahrung kann ich sagen, dass es jede Saison immer mindestens ein Spiel gibt, was irgendwie im Kopf hängen bleibt. Die aktuelle Saison ist noch nicht rum, aber ich kann jetzt schon sagen, die Partie gegen den ASV Wuppertal war eines dieser Spiele. Im Vorfeld war vom Papier schon klar, dass es eng werden würde. Im Hinspiel haben wir uns mit 4:9 den Schneid abkaufen lassen. Es wurde ein bisschen die Werbetrommel gerührt und im Laufe des Abends füllte sich die Halle immer mehr. Insgesamt waren bestimmt 40 – 50 Zuschauer anwesend und mitunter viele Gesichter die nicht regelmäßig oder zum Teil noch nie ein Tischtennis Spiel gesehen haben. Man muss festhalten, die Stimmung und Unterstützung außerhalb der Bande, war an diesem Abend unser siebter Mann. Vielen Dank nochmal hierfür allen daran Beteiligten. Ich will den Mund nicht zu voll nehmen, aber die Partie hatte letztlich auch alles, was das TT – Herz sich wünscht. Die Begegnungen waren spannend und die Stimmung wie ein Hexenkessel, wobei die Schlachtenbummler des TTC klar die Nase vorn hatte – was bei einem Heimspiel ja auch naheliegt. Zu guter Letzt waren Spiele dabei, die sportlich wirklich hochklassig waren und auch 1 – 2 Klassen höher durchaus Beachtung finden würden. Da war schon was fürs Auge bei. Hier der Spielfilm:

Im Hinspiel hat uns noch ein 0:3 Doppel Start das Genick gebrochen. Die Doppelbilanz der ASV `er kann sich sehen lassen. Unsere ist bisher eher so mäßig. Aber der Kenner weiß, wir können das eigentlich besser. Und an diesem Abend wurde dies bestätigt. Dennis und Patrick spielten erneut richtig gut und hielten das Doppel Bizr/Saour mit 3:0 Sätzen überraschend klar in Schach. Am Nachbartisch bekamen es Hübi und Tim mit den erfahrenen Erdi und Edgar Höhn zu tun. Taktisch machten sie vieles richtig, aber am Ende war die ASV Kombi ne Ecke zu stark für die beiden. Christoph und Jens bekamen es mit Eickels und Nikou zu tun und taten sich wie erwartet schwer. Vor allem die Aufschlagannahme von Dimi mit starken Unterschnitt,  verleitete immer wieder zu Fehlern unserer Kombi. Die beiden spielten aber konzentrierter als im Hinspiel und Jens ließ immer wieder seine Qualitäten in der Aufschlagannahme aufblitzen. Am Ende ein knapper 5. Satz sieg zur 2:1 Führung. Im vorderen Paarkreuz  erwischte Dennis einen Sahnetag. Schon im Hinspiel rang er beide Gegner in überzeugender Manier und nach tollen Ballwechseln in jeweils 5 knappen Sätzen nieder. Diesmal wurde es sogar ne Ecke deutlicher. Gegen Erdmann ließ er in 3 Sätzen nichts anbrennen und erhöhte auf 3:1. Dem 4:1 war Hübi gegen den Tschechen Bizr erstaunlich nah. Er spielte richtig gut und führte bereits mit 2:1 Sätzen. Im 4 .Satz war es noch ganz eng, bevor der ASV er das Spiel drehte und Hübi im Entscheidungssatz keine Chancen mehr ließ. Im mittleren Paarkreuz standen wir im ersten Durchlauf besser. Patrick startete gut gegen Saour und ließ ihn nicht sein Spiel aufziehen. Das wichtige 4:2. Am Nachbartisch geht die Auferstehung des Christoph weiter. Nach kurzzeitigen Rückschlägen im WZ Pokal- welche sportlich vertretbar sind- war er heute wieder voll da. Gegen Höhn spielte er hohes Risiko und trümmerte auf alles ein, was über die Netzkante kam. Die Trefferquote war hoch und er gewann mit 3:0. Hierzu eine kleine Geschichte am Rande des Spieltages, die mir seitens der Redaktion zugetragen wurde. Ein optimistisches TTC Mitglied hat einen jungen zuschauenden Spieler unseres möglichen WZ Pokals Gegners SSV Germania gefragt, welchen TTC Spieler er denn am meisten fürchten würde. Als Antwort wurde der Auferstandene –Christoph- genannt. Es ist schon beachtlich, welche analytische Betrachtungsweise der befragte Spieler schon in so jungen Jahren vorzuweisen hat. Auf Nachfrage stellte sich nämlich heraus, dass neben der tatsächlichen Spielstärke vor allem der aktuelle TTR Wert und das Risiko des Punkteverlustes eine entscheidende Rolle bei dieser Antwort gespielt hat. Da sieht man, was die TTR Werte aus uns machen….,-) Nach Christophs Sieg führten wir bereits mit 5:2 und die Bank unseres Gegners wurde verständlicherweise unruhig. Das untere Paarkreuz musste ran. Jens geht gegen Nikou zwar vom Papier als Favorit an den Tisch, die letzten 3 Partien hat er sich aber allesamt klauen müssen. Das heißt zwar korrekt am Tisch gewonnen, aber jeweils nach hohen Rückständen noch gedreht. Der gute Dimi wird irgendwann ein Traumata erleiden, wenn dies so weiter geht. Diesmal lag Jens im 4. Satz erneut hoch zurück und kam mit 2 Kantenbällen zurück. Im fünften Satz hatte er dann den psychologischen Vorteil für sich und baute unseren Vorsprung auf 6:2 aus. Am Nachbartisch musste Tim gegen Eickels ran. Nach Einschätzung der Experten neben dem Elfringhauser Kopper einer der stärksten Spieler im unteren Paarkreuz. Sein Gegner machte von Anfang an richtig Dampf und Tims Blockbälle bereiten ihm keine Probleme. Letztlich Tim ohne Chance. Der ASV verkürzte auf 6:3.  Vorne brachte Dennis dann das Kunststück fertig den tschechischen Zelluloidkünstler erneut mit 3:2 Sätzen in Schach zu halten. Wie im Hinspiel gab es tolle Ballwechsel zu sehen, die auch bestimmt 1-2 Klassen höher für Anerkennung gesorgt hätten. Marcel spielte gegen Erdi taktisch clever und zeigte bei Erdis zwischenzeitlichen Attacken gute Reflexe. Dies bescherte ihm im Entscheidungssatz eine komfortable 10:7 Führung. Jemand der jahrelang Bundesliga gespielt hat, verfügt leider über so viel Cleverness, auch solche Rückstände noch zu drehen. Die folgenden Punkte waren hart umkämpft und der Routinier drehte das Spiel noch. Hübi konnte sich leider nicht für seine gute Leistung belohnen. Zwischenstand 7:4. Patrick tut sich gegen Höhn immer schwer. Den ersten Satz konnte Patrick noch gewinnen. Danach wurde Höhn wieder sicherer und verteilte die Bälle sicher in die Ecken. Niederlage für Patrick, nur noch 7:5. Christophs Auferstehung setzte sich fort und man merkt, dass ihm der Sport auch wieder Spaß macht. Sein Risiko wurde belohnt und er gewann in knappen Sätzen mit 3:1 gegen Saour. Wir führten nun mit 8:5 und ein Sieg war greifbar nahe. Das untere Paarkreuz musste ran. Jens begann stark gegen Eickels und gewann den ersten Satz mit 11:3. Im 2. Satz ging es in Verlängerung, welche der ASV er für sich entschied. Wie im ersten Einzel machte Eickels danach richtig Druck und keine leichten Fehler mehr. Der ASV verkürzte auf 8:6. Tim führte am Nachbartisch gegen Nikou bereits mit 2:1 Sätzen. Dann bekam der ASV er immer mehr Sicherheit in sein Spiel und machte die wichtigen Punkte. Im fünften Satz hatte Tim keine Mittel mehr, die Partie umzubiegen. Zwischenstand nur noch 8:7 für uns. Jetzt mussten Dennis und Patrick gegen die Routiniers Ermann/Höhn ran. Im Vorfeld waren wir durchaus optimistisch, dass Doppel zu gewinnen. Es stellte sich aber heraus, dass dies eine ganz harte Aufgabe werden sollte. Höhn spielte in dem Doppel sehr sicher und schoss zwischendurch immer wieder unangenehm. Nach 5 hart umkämpften Sätzen hatten wir leider das Nachsehen und mussten ein 8:8 hinnehmen. Vor dem Spiel hätten wir das Ergebnis sicherlich gerne angenommen, nach dem Spielverlauf und der hohen Führung war bei uns auch ein bisserl Enttäuschung dabei. Insgesamt war der Abend aber sowohl für die Spieler, wie für die Zuschauer ein tolles Event. Die Entscheidung um den Relegationsplatz ist bei dem Ergebnis nur vertagt worden, die Spannung bleibt bestehen. In den nächsten Wochen warten mit Fortuna Wuppertal, Ronsdorf und Kotthausen weitere schwere Gegner auf uns. Sollten wir uns keinen Ausrutscher mehr erlauben, haben wir aber immer noch reale Chancen auf Platz 2 und die Relegation.

 

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