Die Planungsphase bzgl. unserer Mannschaftstour war gewohnt intensiv und es wurden viele Ziele in den Raum geworfen, von denen man bisher nur was in Abenteuerromanen lesen konnte. Die verwöhnte Jugendfraktion wollte aufgrund des positiven Saisonverlaufs am liebsten eine Aida Kreuzfahrt machen und dies durch eine Erhöhung der Vereinsbeiträge kompensieren. Es gab alternativ Äußerungen, ob es nicht Sinn mache den Jahresurlaub aufzusparen, um eine Trekkingtour durch Asien zu machen. Dort gäbe es sehr schöne Strände…..Letztlich fiel die Entscheidung sagen wir mal eine Portion „Kleiner“ aus . Nach Trips nach Berlin, Amsterdam, Lübeck und Mallorca, sollte es diesmal in die schöne Hansestadt Hamburg gehen. Die Wetterprognosen waren erfreulicherweise sehr positiv, so dass auch die sonnenverwöhnten Dauerurlauber genügsam am Döppersberg standen. Man hatte sich dieses Jahr entschlossen der Deutschen Bahn eine neue Chance zu geben, um nach dem Chaos in den Osterferien etwas gut zu machen. Beim Einstieg in den Zug wurden wir direkt Zeuge einer Neuauflage der Grimmschen Märchen. Vor uns verlor eine in die Jahre gekommene Aschenputtel ihren Schuh beim Einstieg in den Zug. Es war wirklich dramatisch, da der Schuh auf den Gleisen landete und Aschenputtel sich alleine nicht zu helfen wusste. Die Option bei bestem Wetter nur mit einem Schuh die Zugfahrt anzutreten, schien für sie keine echte Alternative zu sein. Aber ein Prinz –in diesem Fall Christoph- nahte herbei und tat das, was Prinzen nun einmal so machen. Er fischte mit großem Geschick den in die Jahre gekommenen Halbschuh aus dem Gleisbett und legte ihn der dankbaren Dame an. Mein Eindruck war, Aschenputtel hätte ihn sofort geheiratet. Da Prinz Christoph aber schon vergeben ist, tat es ein spendierter Kaffee zum Dank letztlich auch. Überhaupt war schon die Anreise nach Hamburg  ein kleines Highlight der Tour. Im gebuchten 6er Abteil, in dem wir uns schnell auch zu siebt bequem einrichteten, wurde der verbleibende Platz in kürzester Zeit für Christophs mitgebrachtes Cocktailequipment und einen Minitisch genutzt. Neben der nostalgischen Eisenbahnromantik, die uns alle in ihren Bann nahm, konnte man noch Zeuge diverser Junggesellinnenabschiede in den Wagen 8 – 4 werden. Tim schaffte es so ganz nebenbei durch gezielte Insider Informationen eine Zwietracht zwischen den genannten Frauen – Fraktionen zu erzeugen. Ohne die erste Welle des Angriffs abzuwarten, flüchteten Jens und Tim zurück in unser Abteil. Auf der langen Reise nach Hamburg erlebten wir aber noch so manches. Unklar ist z.B. bis heute, ob Tim tatsächlich am Bahnhof den in der TT Fachszene bekannten China Kracher Ma Long gesehen hat oder dies nur Christophs Cocktailmischung geschuldet ist. Irgendwie reagierte der ältere chinesische Herr nicht auf Tims penetrante Zurufe und Klopfen an der Scheibe. In Hamburg angekommen mussten wir uns erst einmal orientieren. Unser Wellness Hotel war wie erwartet in bester Hamburger Lage und kein Wunsch blieb dem verwöhnten Urlauber offen. Aufgeteilt auf eine Seniorenresidenz mit Granne, Christoph und Jens und einer Frischlingslounge mit Patrick, Dennis, Tim und Hübi, startete man nach einer kurzen Erfrischung auf Erkundungstour. Nachdem man sich mit dem U – Bahn Netz vertraut gemacht hatte und gemütlich die Speicherstadt erkundete, kehrte man zur ersten terminierten Challenge ins Hotel zurück. In gewohnter Tradition funktionierte man den Hoteltisch um und startete den prestigeträchtigen Oase Cup im Hotelzimmer. Zum Verlauf will ich mich eigentlich nicht groß auslassen, aber vor allem aufgrund von immer wiederkehrenden Materialproblemen einzelner Spieler siegte letztlich der an allen Tischen der Welt erprobte Patrick knapp vor Anti Top Akteur Hübi. Die weiteren Platzierungen erspare ich mir an dieser Stelle. Der ein oder andere Protagonist wird es mir danken. Nach einem gepflegten Abendessen beim Mexikaner mit spannenden Themen rund um den TTC ging es anschließend Richtung Reeperbahn. Auf dem Weg dorthin wurden Jens und Hübi noch Zeugen der spektakulären Niederlage von Klitschko. Auf uns wartete dann ein Abendprogramm, wo ein jeder in etwa das finden konnte, was seinem Interesse entsprach. Von Live Bands mit Rockabilly und Punk Rock über Clubs mit angesagter Mucke, war für jeden etwas dabei. Hinzu das gewisse Flair, was man nur auf St. Pauli antrifft. Ein alter Weggefährte von Tim und Dennis, der jetzt in Hamburg wohnt stieß noch dazu und verbrachte den Abend mit uns. Wir schauten fast überall mal rein und der Abend wurde richtig spät. Tim, Dennis und Hübi konnten noch Zeugen von Testosteron gesteuerten Nachwuchs Klitschkos werden, die ihre Manneskraft loswerden mussten. Die Eindrücke waren nachhaltig. Am frühen Morgen zog der Seniorenclub dann Richtung Hotel und die Frischlinge Richtung Fischmarkt, wo –ich konnte es kaum glauben- gerade ein Live Konzert Open Air startete. In Wuppertal undenkbar……Nach einer kurzen Nacht traf man sich um die Ecke bei einem wirklich leckeren Cafe zum Brunchen, um von dort den nächsten Tag bei Kaiser Franz Wetter zu starten. Es folgten eine Fahrt auf der Elbe und ein Auftanken in einem chilligen Strandcafe. Der Turnierverlauf des Vortages frustete den ein oder anderen noch immer ein wenig, weshalb es bei Rückkehr in unserer 5 Sterne Suite zu einer Revanche kam. Diese glückte dem nun mit einer Noppe agierenden Jens zunächst absolut überzeugend, so dass Turniersieger Patrick und der Zweitplatzierte Hübi zunächst kein Konzept gegen ihn fanden. In einem heimtückischen Komplott, in Reminiszenz an alte Weggefährten, wurde der bis hierhin stark aufspielende Jens jedoch von Spielern und Mitstreitern völlig aus dem Konzept gebracht. Der Begriff des T-Rex ward geboren. Schlachtengesänge, Posters, Give aways, etc. wurden in epischer Breite erfunden und hatten den gewünschten Effekt, das Wiedererstarken von Hübi und Patrick und der gescheiterten Revanche. Wem sich hier offene Fragen stellen, kann sich gerne an die Redaktion wenden, welche weitere Details kennt. Nach diesem düsteren TT Kapitel nahmen wir ein zunächst üppiges Mahl beim Italiener ein. Danach folgte ein erneuter Anlauf auf die Partymeile. Dieser wurde diesmal nicht so spät wie am Vortag, war aber trotzdem richtig nett. Am letzten Tag stand nochmal ein bisschen Kultur auf dem Programm. Der von Horrorfilmen traumatisierte Patrick wurde beim Dungeons Besuch in die Mitte genommen, falls es zu gruselig werden sollte. Eintritt war schließlich ab 12 Jahre. Die Mischung aus Geschichte und Event im Dungeon war aber ein Volltreffer und kann von uns allen nur empfohlen werden. Nach dem freien Fall zum Abschluss im Dungeon ging es zum Aufstieg in die Elbphilharmonie über. Dort hatten wir noch einen Fototermin mit einer bulgarischen Starfotografin, die ansonsten Boygroups knipst. Ergebnisse werden möglicherweise demnächst in diversen Print Medien abgedruckt sein. Eine letzte Mahlzeit beim Italiener vor der langen Rückreise stand noch an, welches sich unerwartet in die Länge zog. Als dann die Teeniefraktion –trotz akuter Zeitnot noch diverse kulinarische Zeitfresser in Anspruch nahmen, fing es bei Falling Down T-Rex an zu brodeln. Es folgte so etwas wie der Snickers Effekt – ihr kennt die Werbung bestimmt- und aus dem freundlichen Teamplayer wurde ein Vulkan. Die Geschichte ging glücklicherweise gut aus und wir bekamen noch eine Punktlandung hin und erreichten den Zug. Viel hätte aber nicht gefehlt und wir hätten rückreisetechnisch ein größeres Problem gehabt. Auf der Rückreise konnte uns dann selbst das ICE Unglück in Dortmund nix mehr anhaben und wir kamen mit leichter Verspätung um 23:00 Uhr in Wuppertal an. Der Trip nach Hamburg – da waren wir uns einig- war ein perfekter Saisonabschluss und wird uns allen nachhaltig in Erinnerung bleiben. Ich bin gespannt, wo es uns im kommenden Jahr hin verschlägt.

1 Kommentar
  1. Juergen Hotho
    Juergen Hotho sagte:

    Ich hoffe, ihr habt keine längerfristigen gesundheitlichen Probleme nach der Tour. Es macht jedenfalls Spaß eurem Schreiberling zu folgen. Freue mich schon auf das nächste mal.

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